Weihnachts- und Neujahrsgrüße aus dem Deutschen Glockenmuseum

Liebe Mitglieder und Freunde des Deutschen Glockenmuseums,

ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende entgegen und es ist an der Zeit, auf die vergangenen Monate zurückzublicken und Ihnen unsere herzlichsten Weihnachtsgrüße zu übermitteln. 2025 war ein Jahr, in dem die Glocke und ihre Kultur in besonderer Weise in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt sind und in dem unser Verein wichtige Akzente setzen konnte.

Der Höhepunkt des Jahres war die offizielle Aufnahme von Glockenguss und Glockenmusik in das deutsche Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO im März 2025. Diese Anerkennung würdigt das jahrhundertealte handwerkliche und musikalische Wissen und bestärkt uns darin, unsere Forschungs‑, Bildungs‑ und Vermittlungsarbeit mit neuer Energie fortzuführen.

Umso mehr schmerzt uns daher die Nachricht, dass im Dezember eine Kirchengemeinde in Saarbrücken beim Abriss ihres baufälligen Kirchturms ohne Not das wertvolle Bronzegeläut der Metallverwertung zugeführt hat. Diese Glocken waren weit mehr als bloße Klangkörper aus Bronze. Sie waren Träger von Geschichte, von Glauben und Gemeinschaft. Mit jedem Läuten verband sich Erinnerung – an Taufen, Hochzeiten, Abschiede und an die vielen Stunden des Gebets, die durch ihren Klang getragen wurden. Ihre Vernichtung ist daher nicht nur ein materieller Verlust, sondern vor allem ein tiefer Einschnitt in das kulturelle und geistige Erbe. Bitte helfen daher auch Sie mit, dass sich solche Dinge nicht wiederholen mögen.

Mit großer Freude blicken wir hingegen auf das 32. Kolloquium zur Glockenkunde zurück, das vom 3. bis zum 5. Oktober 2025 in der Glockenstadt Gescher stattfand. Die zahlreichen Vorträge, Gespräche und Begegnungen haben erneut gezeigt, wie lebendig die campanologische Forschung ist und wie wertvoll der persönliche Austausch innerhalb unserer Gemeinschaft bleibt.

Diese Aktivitäten sind nur möglich, weil Sie unseren Verein ideell, finanziell und oft auch tatkräftig unterstützen. Für dieses vielfältige Engagement möchten wir Ihnen von Herzen danken. Ihre Mitgliedschaft, Ihre Teilnahme an unseren Veranstaltungen und Ihre Verbundenheit mit der Glockenkunde sind eine unverzichtbare Grundlage dafür, dass das Deutsche Glockenmuseum als Forschungsstätte und Stimme der Glockenkultur wahrgenommen wird.

Besonders hinweisen möchten wir darauf, dass im Jahr 2026 ein neues Jahrbuch für Glockenkunde erscheinen wird. Tagesaktuelle Berichte können weiterhin noch beim Herausgeberkollegium eingereicht werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich mit eigenen Forschungsergebnissen, Dokumentationen oder Erfahrungsberichten zu beteiligen. Auch wenn die Druckkosten wiederum steigen, so versuchen wir die Herausgabe des Jahrbuchs für Glockenkunde weiterhin mit Kräften aufrecht zu erhalten.

​Zugleich möchte der Verein im Jahr 2026 noch stärker auf junge Menschen zugehen, um sie für die Welt der Glocken und für eine Mitgliedschaft im Deutschen Glockenmuseum zu gewinnen. Geplant sind unter anderem Social-Media-Angebote, um junge Menschen zu erreichen und sie zu ermutigen, sich mit ihren Ideen und Fragen aktiv bei uns einzubringen.

Gerade zu Weihnachten, wenn Glocken in allen Städten und Dörfern zum Frieden rufen, erinnert uns dieses Ereignis daran, welch kostbares Gut der Klang ist. Glocken rufen uns zusammen, überbrücken Grenzen und schenken uns das Gefühl, Teil einer größeren, klingenden Gemeinschaft zu sein. Möge dieses Bewusstsein uns darin bestärken, das klingende Kulturerbe zu schützen und zu bewahren – als Ausdruck von Hoffnung und Menschlichkeit.

Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung und Ihr Interesse am Werk des Deutschen Glockenmuseums. Gemeinsam tragen wir dazu bei, dass die Stimmen der Glocken – wo immer sie erklingen – nicht verstummen.

Ihnen und Ihren Familien wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest, Frieden im Herzen und ein gutes neues Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Hendrik Stens                          Sebastian Wamsiedler
(Vorsitzender)                                 (Stellv. Vorsitzender)